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WAS IST NORMAL UND WAS IST GESTÖRT?

Datum:23.10.2016
Sonntag: 10:00 – ca. 17:00 Uhr
Dozentin: Dr. Dorit Feddersen-Petersen
Ort: 25337 Elmshorn

Zielgruppe:

Alle interessierten HundehalterInnen, HundetrainerInnen, DogwalkerInnen, ZüchterInnen, Tierärzte & Tierärztinnen.

Inhalte:

In diesem Tagesseminar referiert Dr. Dorit Feddersen-Petersen, über das Sozialverhalten und im Besonderen über das Aggressionsverhalten von Hunden und nimmt dabei die Frage auf, „Was ist normal und was gestört?“.

Das Sozialverhalten von Hunden verschiedener Rassezugehörigkeit wird bezüglich Hypertrophien (Übersteigerung), Hypotrophien (Abnahme) und Atrophien (Verlust), relativ zu wölfischen Handlungsketten, dargestellt und funktionell diskutiert.

Besonders aufschlussreich in diesem Kontext sind das Aggressions- und insbesondere das Beutefangverhalten, das allerdings keinen sozialen Belangen dient, vielmehr von vornherein strategisch auf Tötung (von Beutetieren) ausgerichtet ist.

Verfolgen, Zupacken und Töten sind kennzeichnende Verhaltensweisen.

Das Beutefangverhalten besteht also aus genetisch determinierten Verhaltensfolgen, die haushundtypisch bzw. rassespezifisch der wölfischen Beutefangsequenz gegenüber verändert wurden, es gibt Hypertrophien (z.B. Hinterherhetzen, Vorstehen) bzw. Atrophie, Ausfall einzelner Verhaltenselemente (z.B. Ausbleiben des Zupackens, des Beißens).

Im Zuge der Domestikation und der selektiven Rassezucht haben sich also Elemente wölfischer Handlungsketten verändert. Viele Hunde töten nicht mehr so gezielt, andere wurden auf das Zupacken und Töten durch heftiges Schütteln gezüchtet.

Dieses gilt u.a. für viele Terrier. Hunderassen, die auf bestimmte Abschnitte der Sequenz des Beutefangverhaltens selektiert wurden, sollten lernbedingt keinerlei Verstärkung dieser besonderen „Fähigkeiten“ erfahren, etwa Terrier durch übertrieben häufiges Beutespiel (Ballapportieren).

Das sollte Haltern dieser Rassen bekannt sein und beherzigt werden. Lernbedingte Förderung, zumal bei Rassen, deren Beutefangverhalten selektiv gefördert wurde, etwa durch übertriebenes Ballapportieren, ist fatal, da Jagdverhalten von Haushunden das gesamte Verhalten der Umwelt gegenüber beherrschen kann, geleitet durch die euphorisch stimmenden Endorphine.

Aggressionsverhalten hingegen ist Sozialverhalten, es subsumiert alle Verhaltensweisen, die im Zusammenhang mit einem innerartlichen / sozialen Konflikt stehen und dient der Beseitigung von Störungen resp. Problemen im sozialen Kontext. Der verhaltensbiologische Kontext, in dem es in spezifischer Weise auftritt, wird besprochen.
So auch der jeweilige Kontext einer Eskalation aggressiver Auftritte.

Menschen leben mit Hunden in sozialer Vergesellschaftung, aggressives Verhalten hat systemische Bedeutung, ist somit abhängig von der Art des Zusammenlebens, so dem sozialen Status eines Hundes in der Familie und dem Vermögen der Hundebesitzer, das hundliche Verhalten gezielt verändern zu können, um so Belästigungen und Gefährdungen von Mitmenschen weitestgehend zu vermeiden.

Zudem sind Beutefangverhalten und soziales Verhalten lernbedingt bei vielen Hunden motivational nicht mehr so „sauber“ getrennt wie beim Wolf (Mosaikmustern von Komponenten des aggressivem und des Beutefangverhaltens, ontogenetische Ritualisierung lernbedingter Unklarheiten bezüglich Beutefang- und Aggressionsverhalten u.v.a.).

Wichtig zum Verständnis jener Verhaltensstituationen, die Menschen gefährden können, sind somit einige haushundtypische Besonderheiten, denen in der Rassehundzucht wie in der Erziehung von Hunden zu begegnen ist.

Dozentin:

Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen ist Ethologin und Fachtierärztin für Verhaltenskunde sowie Dozentin am Institut für Haustierkunde der Universität Kiel, wo sie die Arbeitsgruppe vergleichende Verhaltensforschung leitet. In Deutschland ist sie die Expertin zum Thema Hund und Hundeverhalten.

Hinweise:

Für die zertifizierten HundetrainerInnen als Fortbildung anerkannt von der Tierärztekammer Schleswig-Holstein und Niedersachsen!

Anerkannte Fortbildung vom IBH!

Ruhige Hunde sind immer willkommen.
Bitte denken Sie aber daran, das dies ein reines Theorieseminar ist und daher ziemlich langweilig für einen Hund. Natürlich machen wir aber auch kleine Pausen und eine Mittagspause von 1 Stunde. Kaffee/Tee sind inklusive. Es besteht die Möglichkeit im Wintergartenrestaurant zum Mittag zu essen, auch hier sind Hunde willkommen. Parkplätze sind auf dem Gelände des Sportlife-Hotel ausreichend vorhanden. Am besten parken Sie zwischen Knutzen und Hotel. Der Eingang zu unserem Saal befindet sich am Wintergartenrestaurant.

Veranstaltungsort:

Sportlife Hotel Elmshorn
Hamburger Str. 205
25337 Elmshorn
Eingang Wintergartenrestaurant

Kosten:

98 € pro Person inkl. MwSt.
zzgl. Übernachtung und Verpflegung

Mindestens 20 und max. 40 TeilnehmerInnen //leider ausgebucht! Warteliste möglich.

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