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DogWalker

Checkliste für die Gründung eines „Gassi-Service“

✔ Checkliste als Übersicht
✔ Erklärungen zu den einzelnen Punkten

Seit Mitte der 90er Jahre gibt es sie – die Dogwalker – und die Anzahl nimmt stetig zu. Ein beliebter aber kein geschützter oder staatlich anerkannter Beruf. Daher ist es nicht immer ganz einfach sich alle Infos zum Gründen eines „Gassiservice“ zusammen zu suchen.
Diese Anleitung soll dir eine Hilfestellung sein, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt auch keine Beratung durch Steuerberater, Veterinäramt oder Versicherungsfachleute.
Im ersten Teil findest du eine Checkliste, die weiter unten im zweiten Teil genauer erläutert wird.

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei der Gründung deines Dogwalking Service.

Teil I – Deine Checkliste zur Übersicht:

Die Vorbereitung:

  • Beratungstermin beim Steuerberater deiner Wahl (in der Regel kostenfrei)
  • Ggf. Gründerseminar / Buchhaltungsseminar
  • Checken ob du Anspruch auf Förderung / Gründungszuschüsse hast
  • Beim Veterinäramt über evtl. Bestimmungen informieren oder Genehmigung beantragen*
  • Konzept für dein Unternehmen erstellen (Businessplan, Marketing, Preisgestaltung, Gruppengröße)
  • Eigener Platz oder walken in der Öffentlichkeit?
  • Website erstellen
  • Flyer und Marketingmaßnahmen
  • Betreuungsverträge und AGBs erstellen
  • Falls nötig Tiertransportschein machen (je nach Bundesland oder Sachbearbeiter)
  • Ggf. einschlägige Aus- oder Fortbildungen besuchen*
  • Seminar zur ersten Hilfe beim Hund besuchen ist empfehlenswert

Das Equipment:

  • Sicherer Ausbau von Auto / Transporter – optional (manche Großstadtdogwalker fahren mit der Gruppe Bahn)
  • Halsbänder mit eigener Handynummer drauf
  • Leinen/Schleppleinen – optional
  • Maulkörbe – optional
  • Robuste Wanderschuhe, Outdoor-Bekleidung, evtl. Regenkleidung sind empfehlenswert

First Steps:

  • Gewerbeanmeldung bei dem Gewerbeamt deiner Stadt/Gemeinde, kostet ca. 20 €
  • Anmeldung beim Finanzamt / Steuernummer beantragen / IST Versteuerung beantragen
  • IHK – Das Gewerbeamt meldet dich automatisch bei der IHK an. Gebühren richten sich nach deinem Gewinn
  • Berufshaftpflichtversicherung für Dogwalker/Hundesitter abschließen*
  • Entscheidung ob du in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung bleibst
  • Entscheidung ob du freiwillig in der Arbeitslosenversicherung bleiben möchtest
  • Geschäftskonto eröffnen
  • Freiwillig in den BHD – Berufsverband der Hundebetreuer und Dogwalker eintreten (Zertifizierung)
  • Empfehlenswert: Eine Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen

* Verordnungen der Bundesländer

  • Brandenburg: §2(2) Eine Person darf nicht mehr als drei Hunde gleichzeitig führen / Listenhunde dürfen nur einzeln geführt werden.
  • Hamburg: Gewerbliche Leinenbefreiung beim Sachverständigen
  • Baden-Württemberg: Tiertransportschein beim Veterinäramt
  • Schleswig-Holsten: Keine Auflagen bekannt
  • NRW: Keine Auflagen bekannt
  • Mecklenburg-Vorpommern: Keine Auflagen bekannt
  • Berlin: Keine Auflagen bekannt
  • Sachsen: Keine Auflagen bekannt
  • Thüringen: Keine Auflagen bekannt
  • Bayern: Keine Auflagen bekannt
  • Reinland-Pfalz: Keine Auflagen bekannt
  • Saarland: Keine Auflagen bekannt
  • Niedersachsen: Keine Auflagen bekannt
  • Bremen: Keine Auflagen bekannt
  • Sachsen-Anhalt: Keine Auflagen bekannt
  • Hessen: Keine Auflagen bekannt

* Empfehlenswert aber kein Muss – Aus – und Fortbildungen

dogument® Ausbildung zum Dogwalker und Fortbildungen
Dogwalker-Coaching
CANDOG-Fortbildungen
Praktika bei anderen Dogwalkern oder Hundepensionen

* Einige Berufshaftpflichtversicherungen im Überblick:

Uelzener
Tierversicherung.biz
AXA

Dogwalking Group

 

Teil II – Erläuterungen zu den einzelnen Punkten

Vorbereitung auf die Selbstständigkeit

Damit du gut vorbereitet in deinen Traumjob starten kannst und keine bösen Überraschungen erlebst, empfehle ich dir, dich ausführlich mit der Gründung eines Unternehmens und den Anforderungen auseinander zu setzen.

Besuche ein Gründerseminar z.B. bei der Handelskammer oder online von Zuhause aus (Webinar).
Hier bekommst du die wichtigsten Informationen.
Informiere dich, ob du Anspruch auf eine Förderung hast, z.B. Gründerzuschuss oder Einstiegsgeld, wenn du aus der Arbeitslosigkeit heraus gründest. Vielleicht kannst du einen geförderten Kredit, z.B. bei der KFW, beantragen.
Wichtig: Informiere dich VOR der offiziellen Gründung und Anmeldung beim Gewerbeamt, sonst entgehen dir eventuelle finanzielle Hilfen.

Lass dich von einem Steuerberater deiner Wahl beraten. Oft ist die Beratung für Existenzgründer kostenfrei und sogar der Businessplan wird gecheckt.

Informiere dich bei dem zuständigen Veterinäramt über mögliche Anforderungen oder ob sie irgendetwas von dir brauchen. Manche Bundesländer haben bestimmte Auflagen für Dogwalker. Auch wenn dies nicht nötig ist, hast du so gleich einen netten Kontakt zu den Mitarbeitern hergestellt, man weiß ja nie wofür es gut ist. Und keine Sorge, die beißen nicht 🙂

Arbeite im Vorwege ein Konzept für dein Unternehmen aus. Für den Fall, dass du eine Förderung oder einen Kredit beantragst, kommst du an einem Businessplan nicht vorbei. Aber ob notwendig oder nicht, ist es sehr hilfreich, sich mit Hilfe der Struktur eines Businessplans über den Aufbau deines Unternehmens klar zu werden.

  • Wie soll dein Unternehmen heißen?
  • Wo soll dein Einzugsgebiet sein und wie viele potentielle Kunden gibt es dort?
  • Wer geht im gleichen Gebiet Dogwalken?
  • Mit welchen Hundetypen möchtest du arbeiten? (Und mit welchen nicht?!)
  • Und was soll deine Dienstleistung kosten?
  • Wie viel musst du monatlich verdienen um deine Kosten decken zu können?
  • Wie kann dein Marketing aussehen um überhaupt auf dich aufmerksam zu machen? (Und glaube mir, Flyer auslegen und Tierärzte ansprechen zieht schon lange nicht mehr)
  • Arbeite dein Alleinstellungmerkmal heraus! Was unterscheidet dich von den anderen zigtausend Dogwalkern?

Wenn du hier Unterstützung brauchst, kann ich dir Tina Gärtner von Hundeunternehmer gut beraten und den Hundeunternehmer-Club sehr empfehlen. Hier bekommst du alle Infos und Unterstützung um erfolgreich in der Hundebranche zu sein.

Mache dir Gedanken, ob du in der Öffentlichkeit walken möchtest oder ob du einen eigenen, eingezäunten Platz brauchst. Letzteres ist leider sehr schwierig zu bekommen, da die Genehmigung vom Bauamt ungern erteilt wird (und das ist ein laaanger Prozess). Vielleicht kannst du dich aber auch bei jemanden mit einmieten, z. B. auf einem Hundeplatz, bei einem Hundeverein oder einer Hundeschule.
Lege eine Website an oder lasse dir eine erstellen. Selbstgestalten geht ganz einfach auf Jimdo. Ansonsten ist WordPress heute das Nonplusultra.  Erstelle AGB´s und Betreuungverträge!
Achtung! Bevor du für dein Unternehmen Geld ausgibst, melde dein Gewerbe an oder lass dich zur Sicherheit vom Steuerberater beraten. Du kannst alle Kosten absetzen.

Dogwalking

Erst wenn du das alles hinter dir hast geht es so richtig los! First Steps:

Das Dogwalken (als Betreuer mit Hundepension oder Hundetagesstätte sowieso), wird in der Regel als gewerbliche Tätigkeit eingestuft.
Das bedeutet der erste Gang führt dich zum Gewerbeamt deiner Stadt/Gemeinde.
Die Formulare für die Gewerbeanmeldung findest du oft zum Download auf der Internetseite der Stadt/Gemeinde. Die Anmeldung kostet ca. 20 €.

Das Gewerbeamt meldet dich automatisch bei der IHK und meist auch beim Finanzamt an. Melde dich trotzdem beim Finanzamt und beantrage eine Steuernummer, die nun auf deinen Rechnungen, im Impressum deiner Homepage und bei jeder Kommunikation mit dem Finanzamt angegeben werden muss.

Damit bist du offiziell als Einzelunternehmer angemeldet und darfst theoretisch loslegen.

Als nächstes solltest du unbedingt eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen!
Auch weiteres Equipment kannst du jetzt einkaufen. Eigene Halsbänder mit deiner Telefonnummer drauf sind echt zu empfehlen. Falls dir mal ein Hund abhaut, kann der Finder dich direkt kontaktieren. Ansonsten landet der Vierbeiner im Tierheim und du kannst ihn da wieder abholen.
Spezielle (Arbeits-)Kleidung ist eine wirkliche Erleichterung. Ich bin ungern in Jeans unterwegs, da die immer schnell schmutzig sind und auch viel zu schnell kaputtgehen. Für´s Walken habe ich mir Outdoor/Trekkinghosen für Sommer und Winter gekauft und die sind echt unverwüstlich und auch meine Wanderstiefel möchte ich nicht missen. Zusätzliche Regenjacke und Regenhose sowie Gummistiefelgehören – zumindest in Norddeutschland – zur Standartausrüstung.

Jetzt musst du dich zeitnah noch entscheiden, ob du in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung bleibst. Hole dir hierzu weitere Informationen ein und wäge ab. Du hast die Möglichkeit, dich weiter gesetzlich oder aber auch privat abzusichern. Die private Krankenversicherung hat einen eklatanten Nachteil. Bist du erst mal drin, kannst nicht wieder raus! Ein Wechsel zurück zur gesetzlichen KV ist nur in Ausnahmefällen möglich ( zurück zum Angestelltenverhältnis oder auswandern) Und die Beiträge steigen stetig an.
Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung sind sehr zu empfehlen und eine private Altersvorsorge solltest du auf jeden Fall abschließen.

Jetzt ist es auch an der Zeit ein Geschäftskonto zu eröffnen. Privates und geschäftliche Einnahmen und Ausgaben müssen getrennt werden.

Aber das Allerwichtigste: Leg los! Nicht alles klappt immer so wie geplant, perfekt ist langweilig. Hauptsache, du fängst an!

Du hast noch Fragen? Dann hau sie in die Kommentare, ich versuche alles zu beantworten!

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Über die Autorin
Hej, ich bin Vivien BuckendahlVivien Buckendahl
Dogwalkerin, Hamburgerin, Unternehmerin, Abenteurerin, Latte-Macchiato-Genießerin, Visionärin, Skandinavienfan, naturbegeistert, seit 2008 selbstständig und Inhaberin von CANDOG.

„Auf meinem Weg von einer ‘naiven‘ Existenzgründerin hin zu einer erfolgreichen Unternehmerin habe ich mich mit allen Themen der Selbstständigkeit auseinandergesetzt, Höhen und Tiefen erlebt und diverse (Anfänger) Fehler gemacht“  Meine Erfahrungen und mein Wissen gebe ich im CANDOG-Blog weiter.  DiKE:DOGS.de


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