Home > Coaching > Beratung von Hundehaltern – ein Spagat zwischen Wissen und Können
Ellen Friedrich über Beratung von Hundehaltern

Das Zusammenleben und die Erziehung von Hunden unterliegen aktuell vielen unterschiedlichen Vorstellungen. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Beratung durch einen Hundetrainer, dessen Expertise und dessen Wissen dankbar angenommen wird. Dabei erlangt der respektvolle und empathische Umgang mit Hund und Hundebesitzer einen immer höheren Stellenwert. Zu Recht!

Ein Hundetrainer ohne Beratungskompetenz würde eine ordentliche Prüfung, für einen noch nicht existierenden Hundetrainerberuf, heute sicher nicht bestehen.
Um zu wissen, wie es geht, steht für Hundetrainer ein breites Spektrum an Seminaren und Workshops zur Verfügung. Der Markt der Beratungsweiterbildung boomt.
Coaches erweitern ihr Tätigkeitsfeld und nehmen heute wie selbstverständlich nicht nur Manager sondern auch Hundetrainer an die Hand.
Zuerst kümmert man sich um die Selbsterkenntnis, dann ist die Arbeit mit dem Klienten, ach nee, Kunde heißt der ja, an der Reihe.

Beratung oder Coachen oder beides?

 

Kann oder sollte man Hundehalter coachen?
Liegt die Lösung immer unter einem Berg von Hemmungen, Störungen oder in einer Hilflosigkeit begründet?
Muss der Hundehalter das richtige Vorgehen ‚in sich‘ erst suchen und finden?
Wie wäre es, stattdessen passende Lösungswege vorzugeben?
Umfassende Information, kombiniert mit angemessener Empathie und einer ordentlichen Portion Gesprächsführungskompetenz, um im Anschluss, die Aufgabe der Hundeerziehung in sichere Hände zu übergeben.

Ellen Friedrich über Beratung von Hundehaltern | CANDOG Blog

 

Ähnlich der Arbeit eines Handwerkers benötigt der Hundetrainer, als Fachmann für Lösungen, ein breitgefächertes Wissen, um seinen Kunden passend zu beraten.
Hierzu steht es sich am sichersten auf zwei stabilen „Beratungsbeinen“.
Ein Bein braucht er für die Kenntnis um Hunde und deren Verhalten. Wie sie gut und gerne lernen, wie man ihr Verhalten fördert, unterbindet, hemmt und wie man die Vierbeiner angemessen situativ lobt und bestraft.
Mit dem zweiten Bein muss er sich mit geschickter und strukturierter Befragung ein Gesamtbild des Alltags von Mensch und Hund verschaffen.
Erst dann können, gemeinsam mit dem Hundehalter, die nächsten Schritte erarbeitet werden. Die Möglichkeiten, die sich aus Sicht des Trainers ergeben, erfordern zwingend einen Abgleich mit den Fähigkeiten und Möglichkeiten des Hundehalters, um am Ende gemeinsam einen gangbaren Weg zum Erfolg zu pflastern.

Wenn es immer wieder in der Beratung klemmt und Hundehalter die vorgeschlagenen Veränderungen oder Maßnahmen nicht umsetzen, formen Trainer schnell den Satz von stetig schwieriger werdenden Menschen, die beratungsresistent und uneinsichtig die Arbeit des Hundetrainers nicht wert schätzen.
Warum sollten Menschen sich guten Lösungsansätzen von Trainern widersetzen, sich um eine Erleichterung ihrer Lebenssituation mit Hund absichtlich herummogeln, um am Ende ihre Probleme zu behalten?
Wer trägt für diese Missverständnisse die Verantwortung?
Gar nicht so einfach, „einfach“ mal so nachzufragen, zu verstehen und anschließend nicht gleich in Schablonen zu antworten.
Das gilt es zu verstehen und zu üben. Am besten gemeinsam und mit den Fähigkeiten, die jeder Trainer mitbringt. Was fehlt, kann man ergänzen, was zu viel ist oder einem guten Beratungsgespräch im Weg steht, kann man versuchen durch geschickteres Argumentieren zu ersetzen.

Beratung von Hundehaltern soll diese und ihr Verhalten weder manipulieren noch steuern. Sie soll anleiten und verstehen helfen – Auge in Auge.
Mit dem nötigen Respekt verzahnt der Trainer dann eigenes Wissen und Expertise mit dem Lebensmodell und dem Alltag des Besitzers.
Weiterbildung in diesem Bereich braucht entsprechend kluge Menschen und Ideen – gut, wenn man darüber gesprochen hat.

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Über die Autorin
Ellen Friedrich Ellen Friedrich führt ihre eigene Hundeschule „der rote Hund“ in Darmstadt.
In jahrelanger Unterstützung von Tierheimen hat sie umfangreiches Wissen im Bereich „schwierige“ Hunde gesammelt, welches in ihre tägliche Arbeit mit Hunden einfließt. Ihre Fort- und Weiterbildungen für Hundebesitzern/-trainer reduziert sie immer weiter auf das Wesentliche: Die Theorie findet, soweit möglich, unplugged statt. In der Praxis kommt es ihr darauf an, Anregungen zu geben, was (weiter) helfen kann, Augen zu öffnen oder andere Sichtweisen zu ermöglichen.

„Sobald man Erziehung mit allen Sinnen erlebt und nicht nur denkt, ist jeder Tag mit Hund eine spannende Herausforderung, die Spaß machen kann!“ sagt Ellen Friedrich.


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