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Do as I do Training mit Hund - CANDOG Fachseminare
 Ein Erlebnisbericht über das „Do as I do“ Seminar mit Katrin Heimsath im Münsterland. 

Unsere Anne war für Euch zum Testen auf einem „Do as I do“ Seminar und berichtet nun was sie gelernt und erlebt hat.

Faszination soziales Lernen bei Hunden

Schon vor Monaten habe ich mich für das Seminar „Do as I do – Level 1“ bei Katrin Heimsath im Hundekolleg Münsterland angemeldet. Zwischendurch habe ich dazu einen einstündigen Vortrag von ihr gehört und war dadurch noch gespannter auf das zweitägige Seminar, welches Theorie- und Praxiseinheiten beinhaltet. Die Teilnahmevoraussetzungen waren ziemlich konkret formuliert: der Hund sollte das „Bleib“ Signal beherrschen auch wenn der Mensch etwas anderes tut und 3 Tricks auf Wortsignal ausführen können. Aufgrund der bekannten Arbeitsweise von Katrin assoziiert man schnell ebenfalls den Bedarf eines Markersignals. Genau eine Woche vor dem Seminar wird unsere Elly krank und damit klar, dass ich sie nicht mitnehmen kann. So musste ich abwägen, ob ich ohne Hund nach Schöppingen fahre oder Einstein mitnehme. Ich entschied mich für Variante zwei, obwohl Einstein und ich bisher wenig miteinander gearbeitet haben und wir keine gefestigten Wortsignale kennen. Außerdem benutzen wir kein Markersignal. Samstagmorgen begann der Tag mit einer kurzen kompakten Vorstellungsrunde. Vor allem wurde kurz etwas zu den teilnehmenden Hunden gesagt.  UFF, die anderen hatten alle schon ziemlich viel Erfahrung in den unterschiedlichsten Bereichen. Ich habe kein Geheimnis aus unserem Kenntnisstand gemacht. Katrin sagte ganz offen, dass es schwierig wird, das DO IT -Signal einzuführen, wir aber einfach an dem arbeiten, was da ist. TOLL, das munterte mich auf und mein Ziel war ja auch nicht das Do as I do Abitur.

Zuerst schauten wir uns die theoretische Grundlagen an

Dazu gab es wirklich gut strukturierte Folien und eine Seminarleitung, die weiß, was sie erzählt und sehr gut vermittelt. Sie stellt uns die unterschiedlichen Lernverhalten der Hunde vor und die Geschichte des Imitationsverhaltens.

Nach einer kurzen Einheit über die Voraussetzungen und die verschiedenen Prozesse, die bei dieser Form des Lernens angesprochen werden, widmen wir uns der Praxis.

Erste Praxiseinheit

Do as I do Training mit Hund - CANDOG Fachseminare

In der ersten Runde haben wir eine Bestandsaufnahme jedes Mensch-Hund Teams gemacht. Welche Verhaltensweisen zeigt jeder Hund wirklich gut und sicher auf Wortsignal und welche nicht? Und plötzlich beobachtet man sich sehr genau und merkt, wie versteckt man doch Körpersprache einsetzt – sei es nur durch Blicke.

Wir kommen ins Denken und Überdenken – dieser Prozess hält auch bis Sonntag an. Während alle Teams einzeln in ausreichender Zeit die Wortsignale präsentieren und entscheiden, welche in den Trainingsablauf aufgenommen werden, merken wir, was es noch alles zu bedenken gibt.                          Foto: Katrin Heimsath

Katrin hat das methodisch gut aufgebaut. Wir hören es nicht nur theoretisch sondern erarbeiten es mit der Praxis. Bei Einstein und mir sitzt lediglich ein Wortsignal. Aber jedes Team arbeitet mit den Voraussetzungen, die es mitbringt. Das erleichtert mich. Im Gespräch mit den anderen merke ich, dass es auch ihnen schwerfällt, zu benennen, was ihr Hund wirklich sicher auf Wort ausführt und irgendwie ist uns auch nicht bewusst, dass ein „Platz“ oder „auf die Decke schicken“ eine gewünschte Verhaltensweise ist. Wir Menschen stehen uns halt oft selbst im Weg.
Während der Auswahl muss aber auch bedacht werden, was man vormachen kann. Ich stellte mir ein „Back Up“ an der Wand oder ein „drunterher“ unter der Hürde vor. Diese Ideen sind eher unpraktisch. Außerdem muss man bei der Auswahl insbesondere die unterschiedliche Anatomie zwischen Hund und Mensch berücksichtigt werden. Mit der Festlegung der drei Verhaltensweisen gingen wir in die Mittagspause. Unsere drei Signale waren „Decke“, „Platz“ und „Hopp“.

Der zweite Teil des Tages startete dann mit einem weiteren Theorieblock.

Wir besprachen das Trainingsprotokoll für die Phase 1: die Einführung des DO IT Signals.
Dann ging es wieder in die Halle und wir übten den Aufbau am Menschen. Klingt komisch? Ja das stimmt. Aber es war notwendig um nicht die Hunde zu verwirren und sich selber bewusst zu machen, an was wir alles denken müssen. Unser Teampartner gegenüber nahm uns das nicht übel und war sehr geduldig. Wir setzen so schnell doch unseren Körper ein. Egal in welcher Art und Weise. Der Aufbau erscheint wahnsinnig starr und sicher anders als wir alle sonst mit unseren Hunden arbeiten.

Unser erster Durchlauf war chaotisch. Ich war plötzlich so auf mich konzentriert, dass ich völlig vergessen habe Einstein zu loben und zu feiern. Etwas, was mir eigentlich überhaupt nicht schwer fällt. Wo gucke ich wann hin? Was nehme ich wie? Und in welcher Reihenfolge? Achja, Bleib? Oh, da war sie wieder, die Handbewegung? DO IT Decke…ähm das war zu schnell…    Also war Einstein damit beschäftigt die Seminarsituation zu verarbeiten und ich die vielen Arbeitsschritte zu sortieren. Ich hatte weder bei Katrin noch in der Gruppe das Gefühl, dass es nicht in Ordnung war. Alle Teams hatten zum Glück mit den unterschiedlichsten Startschwierigkeiten zu arbeiten. Das war ein großer Vorteil für uns alle, denn wir konnten zusammen Lösungen erarbeiten. Katrins Einstellung zu Fehlern war sowohl für die Hunde als auch die Menschen nützlich. Nach drei Einheiten waren unsere Hunde geschafft und der erste Tag damit zu Ende.

Tag zwei

Am zweiten Tag starteten wir mit einem Fresh Up. Der Stand der Hunde war sehr unterschiedlich und wir erarbeiteten trotz des starren Aufbaus die individuellen Lösungen für jedes Team. Es war gut, eine so gemischte Gruppe zu haben. Denn nach diesem Tag sind wir ja alle auf uns alleine gestellt und es schult ungemein, wenn man die Schwierigkeiten gesehen und besprochen hat. Man merkte den Hunden durchaus die Verwunderung über die geänderte Arbeitsweise an. Unser Ziel ist es also, das Wortsignal  DO IT  zu generalisieren. Erst dann können wir das nächste Verhalten einbauen. Viele Hunde zeigen Schwierigkeiten mit dem animationsarmen arbeiten. Wir hatten jeder die Zeit, die wir brauchten und beschäftigten uns mit den Trainingsschritten, die wir brauchten. Während ein Team dran war, machten alle anderen Hunde Pause. Das ist auch notwendig, denn das Training ist sehr anstrengend für die Hunde. Nach der Praxis folgte wieder Theorie. Katrin stellte uns Studien vor. Das war anhand ihrer Darstellung, Zahlen und Videos sehr spannend aufbereitet.

Nach der Mittagspause starteten wir wieder mit einer Einheit Theorie. Dieser Block bestand aus der Darstellung der Möglichkeiten, die Do as I do bietet. Schließlich kann man es nicht nur zur Beschäftigung benutzen. Außerdem haben wir nun auch nochmal theoretisch die Schwierigkeiten besprochen, die in der Praxis auftreten können und die möglichen Lösungen dazu. Nachdem sie uns dann erklärt hat, wie wir weiter vorgehen, wenn 80% der Verhaltensweisen sicher gezeigt werden, starteten wir mit der nächsten Praxiseinheit. Jedes Team arbeitete an der Generalsierung des DO IT Signals – außer Einstein und ich…  wir arbeiteten weiter an dem Zusammenhang HÖREN – VERSTEHEN -TUN.  Wir brauchten beide die Animation in unserer Zusammenarbeit. Das war aber in keiner Weise nachteilig. Ich profitierte vom Beobachten der anderen Teams und dem theoretischen Wissen, wie ich zuhause weiter arbeiten kann. Alle teilnehmenden Teams müssen in der nächsten Woche daran arbeiten, dass die Hunde das Signal als Wortsignal verstehen und erst dann können die nächsten Schritte folgen. Dazu ist – wie so oft – eine Seminareinheit zu kurz.

Mein Fazit von diesem Wochenende:

Es wird in der Ausschreibung nichts versprochen, was nicht auch gehalten wird. Katrins Zeitgefühl ist beeindruckend und die Inhalte wirklich im Wechsel prima abgestimmt. Die Theorieeinheiten sind inhaltlich gut aufbereitet und wechseln sich sehr passend mit den Praxiseinheiten ab. So sind sowohl die Bedürfnisse der Hunde als auch die der Menschen voll erfüllt.

Für wen Begriffe wie „wissenschaftliche Studien“, „Geschichte“, „Biologie“ und „Lerntheorien“ eher abschreckend klingen, dem sei gesagt, dass es wirklich ganz und gar nicht langweilig ist und überhaupt nicht trocken wirkt.

In den Praxiseinheiten ist Katrin individuell auf die unterschiedlichen Teams eingegangen und hat mit ihnen wertschätzend gearbeitet. Sie zeigt unheimlich viel Geduld und lebt das, was sie sagt: Fehler sind wichtig um zu lernen. Sie schafft über zwei Tage eine wertschätzende Atmosphäre für Mensch und Hund. Der Fokus liegt auf dem Seminarinhalt und es wird nicht an Grundsätzlichkeiten rumtrainiert. Natürlich muss man sein eigenes Ziel den eigenen Voraussetzungen anpassen. Aber auch, wenn ich mit Einstein längst nicht am DO IT Signal gearbeitet habe, so weiß ich, auf was ich mit meinem Hund achten muss und wie ich mit ihm weiter vorgehen muss. Ich weiß außerdem, welche anderen Hürden wie zu nehmen sind und kann es zuhause auch mit Elly Schritt für Schritt erarbeiten. Die Arbeit an sich selbst benötigt viel Übung und der Hund muss sich in dem ungewohnten Aufbau zurecht finden.

Die Faszination dieser Lernmethode bleibt und es war gut, dass ich Einstein mitgenommen habe anstatt ohne Hund zu fahren. Die Erfahrungen hätte ich allein nicht machen können. Bei den Überlegungen zu den drei Wortsignalen sei nicht zu streng mit Dir und Deinem Hund. Sie müssen nicht spektakulär sein. Etwas aufheben oder anstupsen, Platz oder auf die Decke schicken reichen vollkommen aus. Nur Mut, auch wenn Dein Hund keine drei Verhalten sicher auf Wortsignal beherrscht, nimmst Du viel mit.

Das Seminar „Do as I do“ mit Katrin Heimsath findet am 13. und 14. August bei CANDOG statt.
Hier kommst Du zum Seminar.

 

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Über die Autorin
Anne Richters - HundeschulserviceAnne Richters ist unser Multitalent im CANDOG Büro.

Mit ihrem Hundeschulservice hat sie sich darauf spezialisiert, Unternehmen in der Hundebranche bei der Büroarbeit zu unterstützen. Anne ist stolze Besitzerin von Dackel Elly und Terrier Einstein und testet gerne selber verschiedene Hundeseminare und Hundemessen. Mehr über Anne erfährst Du unter www.hundeschulservice.de.


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