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CANDOG Blog - Kommunikation und Führung Hund

Michael Tzschoppe über die Frage, weshalb gelungene Kommunikation und Führung nur mit einer stabilen Beziehung gelingt.

Hast du Dir schon einmal die Frage gestellt, ob Dein Hund auf Dich achtet? Wie gelingt es, eine artübergreifende Beziehung zwischen Mensch und Hund entstehen zu lassen? Gegenseitiger Respekt vor der Andersartigkeit des jeweils anderen ist die Grundvoraussetzung für ein harmonisches Zusammenleben.

Du kennst dieses Bild: Ein Mensch zieht seinen Hund an der Leine hinter sich her. Entweder weil der Mensch es eilig hat oder weil der Hund schlicht ein anderes Interesse hat. Harmonie und gegenseitige Rücksichtnahme sehen anders aus.

Wie kannst Du aus dem Kontext heraus spüren, was für Dich und Deinen Hund jetzt richtig ist? Welche Rolle spielen die Kompetenzen Deines Hundes in dieser Situation; hat jeder Hund die gleichen? Wie langweilig wäre die Welt, wenn es keine Differenzen geben würde? Unterschiede zu spüren, zu sehen und zu beobachten ohne zu werten macht sehr viel Spaß.

Begib dich mit mir auf eine Reise, auf der Unterschiede die größte Rolle spielen, um Gemeinsames zu entdecken.

Eine artübergreifende Beziehung

Das Zusammenleben mit unseren Hunden ist häufig von Missverständnissen geprägt. Dies liegt zum einen an der Andersartigkeit unserer vierbeinigen Begleiter, zum anderen jedoch auch an der mangelnden Bereitschaft, sich direkt auf das Lebewesen „Hund“ einzulassen, mit allen Fehlern und allen herausragenden Fähigkeiten.

Unser Handeln und unsere Ausstrahlung haben großen Einfluss auf das Verhalten der Hunde, leben wir doch gewissermaßen in einer Art symbiotischer Beziehung.

Insofern verwundert es nicht, dass ausgehend von der vorherrschenden Mensch-Hund-Beziehung, sich unsere vierbeinigen Sozialpartner auch gegenüber ihren Artgenossen entsprechend verhalten. Durch unseren Umgang mit anderen Menschen – nicht nur mit Hunden – senden wir Stimmungen und Energien aus, die von den Hunden aufgenommen und bewertet werden. Je nachdem, mit welchen Kompetenzen unser Hund ausgestattet ist, kann dies innerartliche Missverständnisse hervorrufen oder verstärken.

Wie nimmt der Hund uns wahr?

Machen wir uns bewusst, dass unsere Hunde mehr wahrnehmen als ihnen oftmals zugestanden wird. Als Hundehalter wissen wir um die sogenannten „magischen“ Momente, in denen unser Hund beispielsweise das Verhalten von Artgenossen vorhersieht, oder auch menschliche geplante Aktionen in sein Verhalten integriert.

In dem Augenblick, in dem wir eine andere Perspektive zu unseren Hunden einnehmen, wird es uns möglich, das eigene Verhalten zu steuern und somit die größtmögliche Akzeptanz, gepaart mit dem größtmöglichen Vertrauen und Respekt, beim Hund zu erreichen.

Es drängt sich die Frage auf: „Arbeite ich jetzt also mehr an mir als an meinem Hund?“ – Die Antwort lautet: ja und nein. Sobald wir Menschen beginnen, die Beziehung zu unseren Hunden zu hinterfragen und Hilfestellungen dafür erhalten, wie sich die Verhaltensweisen der Hunde interpretieren und auf das eigene Handeln zurückführen lassen, sind wir bereits in einem Veränderungsprozess. Der Hund kann diesen Prozess nicht anschieben. Er ist in seinen Lebenskontext eingebettet und sein Verhalten ist die Reaktion auf die Umwelt. Der Anstoß zur Veränderung geht vom Menschen aus.

Kommunikation und Kompetenz

Eine Grundvoraussetzung für uns, um diesen Weg zu gehen, ist das Wissen über die Kommunikationskanäle der Hunde im Zusammenspiel mit den Kompetenzbildern des jeweiligen Individuums. Nennen wir es Persönlichkeit, Charakter, Eigenschaften oder rassebedingte Fähigkeitsmerkmale (die in den häufigsten Fällen heute nicht mehr gefragt sind); alle diese Parameter sind wichtig, um die Komplexität des Lebenswesens Hund abzubilden.

Unsere Hunde sind nicht perfekt. Wie könnten sie es auch sein? Als Säugetiere in einem sozialen Geflecht verankert unterliegen sie den gleichen Schwächen wie wir. Falsche Interpretationen und daraus entstehende Kommunikationsfehler kennen wir aus unserem menschlichen Umfeld zur Genüge. Diese kommen natürlich auch bei Hunden vor.

Der Hund lässt sich nicht in ein Raster pressen

Die innerartlichen Kompetenzen der Hunde sind vielfach beschrieben worden. Ein neuer Ansatz liegt in einer strukturierten Wahrnehmung und Beobachtung. Es wäre jedoch zu leicht, auch hier ein einfaches Schema über diese fantastischen Lebewesen zu stülpen. Vielmehr sollten wir erkennen, dass die Anpassungsfähigkeit von Hunden sich kaum in einem engen Raster veranschaulichen lässt.

Und doch haben wir, insbesondere in den vergangenen Jahren Erkenntnisse gewonnen, die zumindest einen Einblick in die Fähigkeitswelt der Hunde ermöglicht. Nicht nur, dass daraus Handlungs- und Veränderungswege für Menschen aufgezeigt werden können, es führt auch zu einer stärkeren Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen unserer Sozialkumpane und somit zu einer höheren Bedürfnis-Befriedigung.

Trennen wir uns von dem Gedanken, dass Hunde etwas „einfach nur so“ tun. Alles hat seine Begründung. Ob wir sie sehen und erfassen können liegt unter anderem in der Genauigkeit unserer wertfreien Beobachtung.

 Versuchen wir es gemeinsam. Ich freue mich auf Dich. 

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Über den Autor
Michael Tzschoppe - Hundetrainer | CANDOG FachseminareMichael Tzschoppe ist vom Veterinäramt Berlin zertifizierter Hundetrainer
und im Besitz der Erlaubnis nach §11 Tierschutzgesetz zum Ausbilden von Hunden.

In Berlin bietet er neben dem Beziehungscoaching zwischen Mensch und Hund auch weitere Seminare an. Unter www.2plus4-berlin.com findest Du alle weiteren Informationen.


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