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Tough Hunter 2016 | CANDOG Blog

Ein Erlebnisbericht von Inga Theedt

Wer mit seinem Hund ein Abenteuer erleben möchte, gepaart mit einem Hindernislauf, den unterschiedlichsten Aufgaben von balancieren bis apportieren. Wer sich einlassen möchte auf spaßige Aufgaben mit einem Team aus unterschiedlichsten Charakteren, der ist beim Tough Hunter genau richtig.

Die Nacht vor dem Lauf meines Lebens

Seit März warte ich voller Vorfreude auf diesen Tag. Wir haben fleißig trainiert, der Jack und ich. Es heißt, es soll der Lauf meines Lebens werden. Und jetzt liege ich hier irgendwo im Fichtelgebirge, genauer gesagt, auf einer Wiese in Warmensteinach und kann nicht schlafen. Ich bin nervös, unruhig, aufgewühlt. Es ist bereits 2:00 Uhr nachts und ich frage mich, ob mein Team schlafen kann oder ebenso aufgeregt ist, wie ich. Vorsorglich schicke ich, gedanklich, ganz viel positive Energie zu meinem Team und hoffe inständig, sie kommt auch an. Inzwischen ist es 3:00 Uhr morgens. Wir treffen uns um 9:00 Uhr und um 11:15 Uhr starten wir. Kann es nicht schon 9:00 Uhr sein? Es ist empfindlich kalt geworden. Ob die anderen in Ihren Zelten da draußen wohl frieren? Ich „schicke“ auch warme Energie an meine Mitstreiterinnen in ihren Zelten.

Ich will ja fair sein. Das steckt irgendwie an. Hier ist nämlich alles fair! Das Frühstück ist bio- und/oder vegan, das Essen, Chili sin carne, sogar die Merchandising Artikel am Tough Hunter Stand sind fair gehandelt. I LIKE! Tick-Tack-Tick-Tack…… 4:00 Uhr, Jack schläft wie ein Stein. War alles sehr aufregend für ihn. Die Menschen, die vielen anderen Hunde. Irgendwo bellt immer einer und ein paar Mal wurde er auch schief angeguckt, das hab ich genau gesehen. So etwas muss ein sensibles Border Köpfchen natürlich erst mal verarbeiten. Ich bin jetzt schon tierisch stolz auf ihn. Einfach nur, weil er so schön schläft. Hoffentlich ist er morgen nicht so überdreht. Reicht ja, wenn ich überdreht bin. Wie ich uns kenne, schaukeln wir uns prima gegenseitig hoch. Ach, was das wohl morgen (heute) wird? Unser Team könnte unterschiedlicher nicht sein. Gedanklich fasse ich mal zusammen.

Team Candog – das sind wir:

Vivien Buckendahl, „the brain“, ist eher der ruhige Pool der Truppe. Besonnen und bedacht schaut sie sich alles genau an und hat bereits am ersten Tag eine Technik ausgetüftelt, die uns sicher und trocken durch die erste Station bringen soll. Sie tritt mit Pooch an. Pooch, „der Genervte“, ist zwar gerne mit seinem Frauchen in der Natur unterwegs, findet fremde Menschen aber eher überflüssig. Und überhaupt, soviel Trubel – tut das Not??

Karen Körtge, „die Rotznase“, ist die wahre Toughe unter uns. Trotz fieser Erkältung, lässt sie das Team nicht hängen und tritt mit uns an. Chapeau an dieser Stelle nochmal. Dabei hat sie Schäferhündin Rala, „die Motivierte“, die für ihr Frauchen alles macht, stets 100 % gibt und auch gern mal über das Ziel hinausschießen würde, wenn man sie denn ließe.

Mailin Bäumer, „das Küken“, tritt mit Rhodesian Ridgeback Hündin Alaya, „wo ist Mutti?“ an. Mailin hat die schwere Aufgabe Muttihündchen Alaya zu motivieren mit ihr zu laufen, statt ständig nach dem eigentlichen Frauchen (zu dem kommen wir gleich) Ausschau zu halten.

Inga Theedt (das bin ich). Ich denke mein Team würde mich als „die Ungeduldige“ bezeichnen. Warten oder gehen geht gar nicht – immer in Bewegung bleiben. Zusammen mit meinem Border Collie Jack, „lass mich vorbei, ich kenn den Weg“ bilden wir die Vorwegläufer.

Ines Bäumer, „Coach und gute Seele“ des Teams. Außerdem noch die Mutti von Mailin und ach ja, Frauchen von Alaya der Ridgeback Hündin. Ines sorgt und kümmert sich um Verpflegung, Zerrungen, kleine Wehwechen und hat stets die besten Futterbelohnungen am Start. Kein Wunder, dass Alaya nicht von ihr weichen will.

Thorsten Theedt „ist da irgendwie ungewollt mit reingerutscht“ und wurde gleich dazu verdonnert, unsere Jacken kurz vor dem Start in Empfang zu nehmen und spektakuläre Fotos zu schießen.

Endlich! Mein Handy spielt mir das Lied vom Tod – ich darf aufstehen!

Der Tag der Tage

Jetzt ist er da, der Tag der Tage. Ich gehe mit Jack zum Startpunkt und wir schauen uns den Trubel an. Die ersten Teams stehen schon bereit für ihren großen Lauf. Musik läuft, überall fröhliche Gesichter. Ein TV Team filmt eine Gruppe und die Stadionsprecher quatschen sich bereits warm und wirken ebenso motiviert, wie die Teilnehmer. Meine Stimmung steigt und ich freue mich wahnsinnig auf den Lauf. Meine Teamkollegen kommen. Wir melden uns an und bekommen unser Band mit der Aufschrift „Der Lauf meines Lebens“. Jetzt haben wir noch etwas Zeit und beobachten die ersten Teilnehmer im Startbereich. Es wird genau kontrolliert, ob die Hunde passende Geschirre anhaben und ggf. stehen auch Leihgeschirre zur Verfügung. Hahh! Gut, dass ich gestern noch ein professionelles Laufgeschirr für’n „Schnappi“gekauft habe.

Es geht los

Wir stehen in Startposition. Coach Ines haben wir vorsorglich weit weg, hinter einem großen Schuppen geparkt, damit Ridgeback Alaya gar nicht erst auf die Idee kommt, bei „Mutti“ bleiben zu wollen. Toddy steht, bepackt mit unseren Jacken, am ersten Hindernis, der schwarzen Lagune, um dort fotografisch, die von Vivien entworfene Technik, dieses matschige Hindernis trockenen Fußes zu überwinden, für die Nachwelt festzuhalten.

Team CANDOG beim Tough Hunter 2016
Team CANDOG beim Tough Hunter 2016

Team Candog wird angekündigt und loooos! Jack und ich schießen los und durchqueren die schwarze Lagune. Ich hab alle Techniktipps vergessen und krieche in Windeseile durch den Matsch. Nun schnell umdrehen, damit die Go Pro mein Team aufnehmen kann. Chaos! Rala steht auf der Plane, Alaya irgendwo am Rand, während Mailin versucht sie zu enttüddeln. Vivien lacht sich schlapp und schleicht sich irgendwann heimlich am Rand vorbei.

Team CANDOG beim Tough Hunter 2016Weiter geht’s. Wir laufen in den Wald hinein. Nach kurzer Zeit wartet hier das Netzwerk auf uns. Ein Bereich der mit einem Netz abgehangen wurde und den man kriechend, gebückt passiert, wobei Hund und Halter auch durch Reifen springen (kriechen) müssen. Unser Team meistert diese Hürde mit links. Wir laufen weiter und kommen etwas später zu den nächsten Streckenposten, die sich bereits diebisch auf uns freuen.

Mit schwarzer Plane wurde hier eine Rutschbahn angelegt, die, damit es besser rutscht, mit Wasser und Seife behandelt wurde. Ich opfere mich, allerdings ohne Hund und gleite mit meinem zarten Popöchen den sehr harten Waldboden hinunter. Als ich vorsichtig bemerke, das der Untergrund doch ziemlich hart ist für zarte Popohaut, heißt es gleich: „Wir sind hier nicht bei Hello Kitty!“.

Ja, ja… hast ja recht.

Trail in der Tüte

Yeihh, das ist unsere Disziplin. Wir haben mit Alaya und Jack zwei Mantrailer im Team und können somit nicht nur unserem Team, sondern auch dem Team vor uns, das verzweifelt versucht das Rätsel zu lösen, erfolgreich den Weg durchs Unterholz weisen. Mein Hundemuttiherz platzt fast vor Stolz. Unermüdlich laufen wir weiter und werden bei der nächsten Station tatsächlich als die leiseste Truppe gelobt und das trotz Jack! Die einzige, die laut ist, bin wohl ich. Überdreht (wie bereits geahnt) kommentiere ich lautstark jeden gelaufenen Kilometer und jede neue Station.

Nach dem Dummy wird’s gruselig

Beim nächsten Streckenstopp können wir mit Pooch einen weiteren Joker ausspielen, denn es geht darum einen Dummy zu suchen. Leichtes Spiel für Vivien und Pooch, der an dem Lauf langsam gefallen zu finden scheint. Weiter geht es im Laufschritt zum nächsten Halt. Es gilt an einem reichlich gedeckten Picknickplatz vorbei zu marschieren. Kein Problem für uns. Alle Hunde und alle Halter meistern das mit Bravour. Nach einiger Zeit wird es plötzlich gruselig. Skelette, Riesenspinnen und sonst ein gruseliges Zeug, müssen passiert werden. An dieser Stelle noch mal ein Lob an die Organisation und das Aufbauteam. Unerschrocken kämpfen wir uns auch durch dieses Hindernis und laufen weiter. Bei der nächsten Station durchkriechen Hund und Halter eine schwarze Plane, um nach einem weiteren Kilometer bei der ersten Versorgungsstation zu landen.

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Team CANDOG beim Tough Hunter 2016

Wir bekommen Wasser und Banane und freuen uns. Team TINO trifft ebenfalls ein. Die sind eigentlich nach uns gestartet, scheinen uns aber zu überholen. Gibt’s das?

Lost an Found und Hund in der Tüte

Nach der kurzer Rast geht es im Laufschritt zur nächsten Station – Lost an Found. Vier (oder waren es fünf?) Dummys müssen gefunden werden, also schicken wir erst mal die beiden Spürhunde Rala und Jack los, die ihre Freiheit gleich zum Toben, Kacken und in Schei… wälzen nutzen, statt ernsthaft die verlorenen Dummys aufzuspüren. Wie heißt es so schön bei Tough Hunter? Was der Hund nicht schafft, muss der Halter machen. Also machen wir uns auf die Suche und finden nach und nach alle Dummys. Über eine Wiese laufend, landen wir auf einem Feldweg und treffen auf den nächsten Streckenposten. Als „Würden Träger“ geht es darum einen Hund in einem großen Bausack ums Carré zu tragen. Dumm, dass wir nur große Hunde am Start haben. Nach kurzer Absprache steht fest, Rala muss das Problem lösen. Sie meistert es klasse und lässt sich von uns (fast) anstandslos ums Eck tragen.

Team CANDOG beim Tough Hunter 2016
Team CANDOG beim Tough Hunter 2016

Matsch, rutschige Baumstämme und falsche Hasen

Ich weiß gar nicht wie viele Kilometer bereits hinter uns liegen, als die nächste Station erscheint.

Ui, jetzt wird’s noch mal dreckig. Es gilt durch eine Schlammkuhle zu laufen und einen rutschigen Hang hinaufzuklettern. Darauf sind wir vorbereitet. Nun heiß es nochmal laufen, laufen… bis zum nächsten Stützpunkt. Ein Baumstamm muss überwunden werden. Ich passe. Jack balanciert grotten schlecht und der Baumstamm ist zudem super rutschig. Es wird die Aufgabe von Vivien und Pooch und Karen und Rala, diese Herausforderung erfolgreich zu meistern. Im Laufschritt (wie sollte es auch anders sein) geht es dann weiter, bis wir auf einen Erklärbär treffen. An dieser Station kommt eine Hasenzugmaschine zum Einsatz und ein Hund darf jagen gehen. Jack darf und kann sein Glück kaum fassen.

Team CANDOG beim Tough Hunter 2016
Team CANDOG beim Tough Hunter 2016

Fans, Sprints und Bananen

Weiter auf der Laufstrecke, treffen wir auf Passanten, die uns anfeuern oder fotografieren. Wir überspringen und/oder unterwandern Baumstämme und gelangen schließlich zur nächsten Versorgungsstation. Wasser und Banane tanken und dann weiter. Wir haben ja keine Zeit! Und als wären wir nicht schon genug gelaufen, heißt es jetzt für zwei aus unserem Team – sprinten! Das Küken und ich nehmen diese Herausforderung an und sprinten den Hügel hoch. Bohhh, das war noch mal echt anstrengend. Wir sind inzwischen kurz vorm Ziel und so aufgeregt, dass wir bei den Seilschaften prompt in die falsche Richtung laufen. Ungewollt kürzen wir so die Strecke ein wenig ab. Ups…

Team CANDOG beim Tough Hunter 2016
Team CANDOG beim Tough Hunter 2016

Das Ende naht

Kurz vor dem Einlauf zur Zielgeraden, haben die Veranstalter netterweise noch einen Spa Bereich in Form eines Spiegels, Deo und etwas Schminkzeug bereit gestellt. Wir sind auch ungeschminkt reif für das Finish, überqueren noch einige Heuballen und stürzen auf das vorletzte Hindernis zu. Ein mit Würstchen behangener Netztunnel muss durchquert werden und ich überlege kurz Toddy evtl. eine Wurst mitzubringen. Er hat’s ja leider nicht so mit vegan.

Finish mit Happy End

Der X Hunter, ein dunkles Labyrinth, ist unser letztes Hindernis, welches durchkrochen werden muss. Nun liegt das freie Feld vor uns und die Zielgerade ist in greifbarer Nähe. Wir haben es geschafft und könnten glücklicher nicht sein. Fotos werden gemacht und wir erhalten jeder ein Tough Hunter T-Shirt, eine kleine Kühlbox mit Barfinhalt, ein Bier, ein Armband mit der Aufschrift „WE ARE TOUGH HUNTER“ und eine Plakette mit der Aufschrift „TOUGH HUNTER 2016“.

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Es war toll und mein Team große Klasse. Ich bin sooo stolz auf uns!! Trotz unterschiedlicher Mensch Hund Teams hatte jeder die Möglichkeit, seinen Trumpf auszuspielen und so sein persönliches Highlight mit nach Hause zu nehmen. Spaß stand bei diesem Event definitiv im Vordergrund und den hatten wir alle. Stolz und voller Freude blicke ich zurück auf den Tough Hunter 2016 und freue mich dabei gewesen zu sein.

Fazit

Ein super abwechslungsreiches und kurzweiliges Event für sportliche Menschen mit Hund. Vielen Dank an Nadin Mathews für das Erfinden und die Umsetzung dieser Idee. Ein großes Lob auch an die tolle, phantasievolle Organisation, die netten Menschen an den Streckenposten, der Lokation, den Stadionsprechen, die einen richtig guten Job gemacht haben und an alle, die dazu beigetragen haben, dass mir dieses Event auch Tage später, immer noch ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

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Über die Autorin
Inga Theedt - Seminarorganisation Inga Theedt ist nicht nur Teamkollegin bei CANDOG und Frauchen von Jack und Hedda, sondern auch reiselustige Bloggerin. Auf ihrem Blog Travel Dogs berichtet sie über die schönsten Wander- und Urlaubsgebiete in Deutschland und Europa. Das Tough Hunter Event fuhren Inga und ihr Mann direkt vom Italienurlaub an. (www.travel-dogs.de)

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One Comment, RSS

  • Tine Schröder

    says on:
    13. Oktober 2016 at 20:30

    Boah Inga, das liest sich wie ein spannender Roman – so klasse geschrieben, mit soviel Liebe zum Detail 👍
    Ich freue mich für Euch alle, die Ihr einen so tollen Lauf hattet. 2017 ist für Euch vermutlich schon gesichert 👍

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